Hüsameddin Celebi schreibt das Mesnevi nieder

Nach der Trennung vom Goldschmied Selahaddin schenkte Mevlana seine Liebe seinem Schüler und Kalifen Hüsameddin Celebi. Hüsameddin war ein sehr grosszügiger Gottliebender, der alles, was er besass, Mevlana schenkte. Doch so wie er sich Mevlana verbunden fühlte und ihn von ganzem Herzen liebte, so liebte auch Mevlana ihn. An Einladungen konnte er sich unmöglich erfreuen, wenn Hüsameddin nicht zugegen war. Mevlana gab alles, was er als Geschenk erhielt, unberührt an Hüsameddin weiter, der es seinerseits an Bedürftige weiterschenkte. Mevlana schenkte Hüsameddin grosses Vertrauen, denn er wusste, wie grosszügig und barmherzig dieser gegenüber den Armen
war.

Eines Abends, als Hüsameddin Mevlana allein vorfand, bat er ihn um die Lektüren von Sena, Attar und anderen, damit sich die Derwische, die sich auf den mystischen Pfad begeben hatten, an diesen Geschichten orientieren könnten. Mevlana rezitierte auf diese Bitte hin sogleich die berühmten achtzehn Verse, deren erster folgender berühmter Vierzeiler ist:

"Hör auf die Flöte, was sie erzählt,
Und wie sie klagt, über Trennung und spricht...
Sie sucht ein Herz, von Einsamkeit gequält,
Um vom Schmerz der Sehnsucht zu erzählen..."

Mevlana sprach: "Wenn du schreibst, Celebi, werde ich diktieren." Nachdem sie sich einmal entschieden hatten, waren sie Tag und Nacht unentwegt mit dem Schreiben des Mesnevi beschäftigt. Besonders in der Stille der Nacht, wenn alle schliefen, wurde Mevlana inspiriert und Hüsameddin schrieb es nieder, was seinem geliebten Meister zugeteilt worden war. Es war so, als hätte der Allmächtige Hüsameddin Celebi eigens für das Schreiben dieses gesegneten Werkes geschaffen! Und Mevlana war bereit, dieses zu diktieren und Vers um Vers zu rezitieren. So entstand nach und nach dieses wunderschöne, unvergleichliche Werk aus sechs Bänden.

Aktuelle Seite: Home Mevlana Celaleddin Rumi Mevlanas Leben Hüsameddin Celebi schreibt das Mesnevi nieder